Unser Mädchenteam in den Medien

TuRa Harksheide startet ins Abenteuer Bundesliga

Bericht bei ChessBase

Bericht beim HSK Teil 1

Bericht bei Schachticker 1 (TuRa)

Bericht bei Schachticker 2 (SK SH)

Fotoquelle NZ vom 21.10.2016        LINK zum ORIGINALTEXT

Das junge Frauenteam empfängt am Wochenende in der Mensa des Coppernicus-Gymnasiums den SK Schwäbisch Hall und die SF Deizisau.

Norderstedt.  Für TuRa Harksheides Schachabteilung beginnt an diesem Wochenende eine neue Ära. Das Frauenteam des größten Norderstedter Sportvereins hat den Sprung in die Bundesliga geschafft und startet am Sonnabend und Sonntag mit zwei Heimpartien in die Punktrunde.

Gespielt wird in der Mensa des Coppernicus-Gymnasiums. Gegner am Sonnabend (Beginn: 14 Uhr) ist der SK Schwäbisch Hall, dessen Team mit Teilnehmerinnen an Europameisterschaften und Weltschachturnieren gespickt ist. Sonntag empfängt TuRa um 9 Uhr die SF Deizisau. "Das sind starke Gegnerinnen. Unsere Chancen sind dadurch sehr übersichtlich. Für uns ist es aber schon ein großer Erfolg, überhaupt dabei zu sein", sagt TuRa-Spartenleiter Eberhard Schabel.

Das Besondere an der Crew des Aufsteigers ist der Altersdurchschnitt von gerade einmal 18 Jahren. Unter dem Motto "Alles kann Mädchenschach – auch 1. Frauen-Bundesliga" spielt der Underdog mit einem Youngsterteam in der höchsten deutschen Klasse.

Zur Vorbereitung haben die Harksheiderinnen im September ein Trainingslager absolviert. "Dabei ging es um das Wiederholen von typischen Stellungen in den Mittel- und- Endphasen einer Partie. Wir haben Spielzüge trainiert, die die Gegnerinnen überraschen sollen. Zudem wurde auf typische Fehlerquellen beim Aufbau hingewiesen. Das Material haben die Mädchen mit nach Hause genommen, um für die Wettkämpfe optimal gewappnet zu sein", so Schabel.

Die Vorfreude ist groß. "Ich kenne die anderen Spielerinnen nicht und lasse deshalb alles auf mich zukommen", sagt Inken Köhler, mit 15 Jahren das "Küken" bei TuRa Harksheide. Die Elftklässlerin ist an Position acht gemeldet. An welchem Brett sie am Sonnabend und Sonntag sitzen wird, ist aber noch geheim. So soll verhindert werden, dass sich die gegnerischen Clubs gezielt vorbereiten können.

Alle Partien werden live im Internet übertragen. Das Fotografieren ist nur in der ersten halben Stunde nach dem Beginn der Begegnungen erlaubt, anschließend dürfen die Spielerinnen nicht mehr in ihrer Konzentration gestört werden.

Der Veranstaltungsort ist für die Harksheiderinnen nicht neu, im "Copp" tragen die Denksportlerinnen regelmäßig Turniere aus. Neu sind unter anerem der technische Standard sowie die speziellen Bretter, die in der höchsten deutschen Schachklasse fest vorgeschrieben sind.

"Wir haben bei der Vorbereitung mit dem Hamburger Schachklub zusammengearbeitet, der ja schon seit vielen Jahren mit einem Team in der Frauen-Bundesliga vertreten ist", sagt Eberhard Schabel. Er hofft am Wochenende auf viele Zuschauer – darunter vielleicht auch den einen oder anderen Sponsor, denn die Saison kostet viel Geld, rund 12.000 Euro. Unterstützt wird die Mannschaft dabei hauptsächlich vom Hauptverein, von der Wabfis-Schachschule und von der Firma ASF Elektrotechnik.

Weitere Infos über das Frauenteam von TuRa Harksheide gibt's im Internet.

www.sh-weiblich.de


TuRa Harksheide macht Bundesliga-Aufstieg perfekt

Von Ulrich Stückler

Foto: Thomas Maibom

Inken Köhler, Carina Brandt, Nathalie Wächter, Luise Diederichs, Annika Polert und Emily Rosmait (v. l.) blieben in dieser Saison ungeschlagen

Das jüngste Damenteam der 2. Bundesliga Ost schafft mit Siegen über Allianz Leipzig sowie die SG Leipzig den Sprung ins Oberhaus.

Norderstedt.  Leistungsorientierte Schachspieler leben während ihrer Partien von einer minutiösen Vorbereitung, gepaart mit angemessenem Trainingsfleiß und Talent; aber auch eine gehörige Portion Erfahrung gehört zu diesem Gesamtpaket dazu. Letztere stellt sich logischerweise erst nach vielen Wettkämpfen ein. Also – sofern es sich nicht um eines der oft beschriebenen "Wunderkinder" ist – im mehr oder weniger fortgeschrittenen Erwachsenenalter. Unter diesem Aspekt ist der Überschwang von Eberhard Schabel, dem Schach-Abteilungsleiter des TuRa Harksheide, nur zu verständlich.

Nach den letzten beiden Antritten des TuRa-Frauenteams in der 2. Bundesliga Ost, die erneut zwei Siege und damit den Titel und Aufstieg in die Bundesliga brachten, kannte Schabels Freude über den bislang größten Erfolg in der Geschichte der Sparte keine Grenzen. "Allein diese Nachricht an sich ist schon der Hammer. Erstmals steigen wir im Erwachsenenbereich in die stärkste Frauenliga der Welt auf", sagte der Denksport-Enthusiast, der seit 2003 federführend besonders den jüngsten Nachwuchs in und um Norderstedt herum an das
königliche Spiel heranführt.

Diese Arbeit umfasst unter anderem das Anbieten und Leiten von Schul-AGs bis hin zum Entdecken und Fördern von Talenten. Wie erfolgreich dies gelingt, zeigt die Zusammensammenstellung seiner "Damenmannschaft". Denn das Sextett, das im Schachzentrum an der Hamburger Schellingstraße zuerst Bundesliga-Absteiger Allianz Leipzig mit 3,5:2,5 in die Schranken wies und tags darauf auch dem früheren Erstligisten SG Leipzig, mit 4:2 das Nachsehen gab, ist im Schnitt nur knapp halb so alt wie die Konkurrenz aus Sachsen, die zudem mit einer Groß- und sieben Fidemeisterinnen antrat.

"Wir haben dieses Kunststück nicht mit gestandenen Frauen, sondern mit Schülerinnen und Studentinnen im Alter zwischen 14 bis 21 Jahren erreicht", so Eberhard Schabel. "Diese kommen zudem allesamt aus dem Norden. Wir sehen uns in unserem Projekt bestätigt, mit jungen Spielerinnen aus der Region sehr früh in den Frauenligen anzutreten."

Die Harksheiderinnen hatten eigentlich nur vorne mitmischen und wie im Vorjahr um Platz zwei mitkämpfen wollen. Zumal der Blick auf die Spielstärkezahlen der einzelnen Akteurinnen am Finalwochenende ein klares Bild vermittelte. Elf von zwölf TuRanerinnen gingen mit einem schwächeren Rating als ihre jeweilige Gegnerin ans Brett – also eigentlich eine Mission Impossible. "Aber wir waren alle gut vorbereitet. Und ich glaube sogar, dass unsere Jugend unser Vorteil war", sagte Annika Polert, die an Brett vier spielt. "Wir Jüngeren trainieren viel, ältere Spielerinnen setzen schon mal nur auf ihre Erfahrung."

TuRa Harksheide – Allianz Leipzig 3,5:2,5.
Luise Diederichs (DWZ 1957) – Karina Szczepkowska-Horowska (2388) 0:1; Nathalie Wächter (1910) – Petra Schulz (2117) 1:0; Carina Brandt (1923) – Angelika Dziodzio (2080) 1:0; Annika Polert (1864) – Joanna Górecka (2073) 0,5:0,5; Emily Rosmait (1881) – Katrin Dämering (1941) 0:1; Inken Köhler (1835) – Heike Germann (1947) 1:0.
SG Leipzig – TuRa Harksheide 2:4. Sandra Ulms (2139) – Diederichs 0,5:0,5; Franziska Beltz (2016) – Wächter 0:1; Julia Haras (1784) – Brandt 1:0; Birgit Petri (1932) – Polert 0:1; Anet Gempe (1927) – Rosmait 0:1; Carmen Beltz (1846) – Köhler 0,5:0,5.
Tabelle: 1. TuRa Harksheide (13 Mannschaftspunkte/27,5 Brettpunkte), 2. Allianz Leipzig (10/29), 3. Rotation Pankow (9/25,5), 4. SG Leipzig (8/24), 5. Leipzig Lindenau (6/20), 6. SG Löberitz (6/15,5), 7. Hamburger SK II (2/13,5), 8. USV Potsdam (2/13).

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