Abschlußbericht FBL

6 Monate erste Liga für unser Mädchenteam

Gefühlt war der oben angegebene Zeitraum innerhalb weniger Tage an uns vorbei gezogen. Vielleicht liegt das etwas daran, dass die Spielzeit der FBL nach dem Start im Mitte Oktober 2016 erst so im Januar richtig Fahrt aufnahm. Nach den 11 Runden stand in Berlin fest, dass wir wieder in Liga Zwei zurück gehen werden, um einen neuen Anlauf zu unternehmen.

Wie lief nun die Spielzeit für unser Team?

Bevor es so richtig los ging, gab es in Norderstedt ein Trainings- Wochenende mit fast allen Spielerinnen und unseren Trainern Thomas Thanheisser, IM Alexander Bodnar und Wolfgang Krüger. 2 Tage Kennenlernen und Schachdinge anschauen und üben.

Der Charakter unseres Teams hatte sich trotz 3er Neuzugängen nicht verändert. Wie schon die Jahre zuvor spielten wir mit Mädchen aus der Region im Alter von 15 bis 21 Jahren. Wir waren somit das jüngste Frauenteam was jemals in der FBL gespielt hat! Wir haben hier etwas gezeigt (ALLES kann Mädchenschach), was noch keinem Verein vorher gelang und sind zurecht Stolz darauf.

Bereits die erste Runde gegen Schwäbisch Hall, zeigte unseren Spielerinnen, wie die Uhren in der „stärksten Frauenliga der Welt“ ticken. Nach kleinerem aufflackern eventueller Punkthoffnungen gab es ein klares 0:6.

Unser 2. Match deutete jedoch an, dass wir uns durchaus auch das Zeil Ligaerhalt gestellt hatten. Gegen Deizisau waren wir gaaaanz knapp an einem überraschenden Punktgewinn dran, was das 1,5:4,5 nicht so zum Ausdruck bringt. So blieb zwar ein kleiner Achtungserfolg, mehr aber auch nicht. Unsere beiden ersten Gegnerteams gehören seit einigen Jahren zur Beletage der FBL, gespickt mit vielen Spielerinnen der Extraklasse aus dem Ausland und einigen wenigen deutschen Spielerinnen. Besonders schön für die Aussendarstellung des Frauenschachs war sicher auch die von uns, zusammen mit dem HSK, ermöglichte LIVE- Übertragung aller Wettkämpfe bei unserem Heim- WE.

Schon vor dem Ligaauftakt und dann auch in den weiteren Verlauf der Ligasaison, wurden unsere kleinen „Schritte“ auf dem FBL- Parket mit Berichten für verschiedene WEBs, Zeitungen und unserem regionalem TV „noa4“ begleitet. Das wir dabei am Ende einer der wenigen Vereine sein würden, die online die Wettkämpfe der Frauen- BL dokumentierten ist insofern beeindruckend, da wir ja nicht zu den Spitzenteams gehörten und so überwiegend über verpasste Chancen berichten mussten.

http://schachbundesliga.de/frauen-bundesliga

http://www.chess-international.de/?s=tura+harksheide

Im Dezember 2016 gab es unser 2. Trainings- WE und erneut waren viele unserer Spielerinnen mit dabei. Diesmal konnten unsere Trainer zusätzlich schon gespielte Partien der FBL auswerten.

Mitte Januar ging es dann in die Provinz nach Bad Königshofen. Dabei bezieht sich der Begriff Provinz nicht auf das dortige Frauenteam. Der Verein ist seit einigen Jahren in der Lage Spielerinnen zu verpflichten, die man ansonsten nur von den Welt-, Europa-. Olympiameisterschaften des Schachs kennt. Neben der Spitzenklasse steckt da auch viel Geld in diesem Team. Gut dazu gepasst hätte sicher auch die Übertragung auf Live- Brettern. Ähnlich wie bei BK ist die Teamstrucktur bei den Rodewischer Schachmietzen. Auch dieser Verein ist über Jahre gewachsen und konnte sich mit aus- und- inländischer Klasse stärken. Die Tatsache dass das ehemalige Spitzenbrett der Friedberger Burgfräuleins bei den Mietzen am Brett 5-6 spielte, zeigt das Niveau unseres 3. Gegners.

Untergebracht waren wir im Hotel „Ebner“ und sollten wir noch mal in die Lage versetzt werden in BK zu spielen, dann werden wir natürlich wieder dieses Hotel aussuchen (Danke Andy, für den Tipp)

Die Wettkämpfe hielten dagegen mit dem angenehmen Aufenthalt im „Ebner“ nicht ganz stand und wir verloren 2x sehr deutlich mit 0,5:5,5. Unser Heimweg war dennoch sehr lustig und kurz vor Hamburg dann auch überraschend und staunend, da wir im Internet (Ergebnisdienst) lesen konnten, dass wir gegen Bad Königshofen ein 6:0 bekommen haben. Warum, weshalb usw war uns da noch nicht klar und hellte sich erst später auf.

Anfang März ging es nicht ganz soweit auf Reisen und wir spielten vor unserer Haustür in Hamburg gegen Baden Baden und Karlsruhe. Der OSG BB spielte mit 2 Weltmeisterinnen und weiteren Spitzenspielerinnen des Weltschachs gegen uns und gewann klar zu Null. Gegen Karlsruhe hatten wir schon Hoffnungen ein knappes und ev. Erfolgreiches Ergebnis zu erzielen. Nun, es wurde nix daraus und so fokosierten wir unser weiteres Tun auf das WE in Augsburg.

In Augsburg ging es gegen die Gastgeberinnen und gegen die ebenfalls erstmals in der FBL spielenden Frauen des FC Bayern München. Beide Wettkämpfe sollten für uns die Trendwende bringen und es wurde leider eine Enttäuschung für unsere Spielerinnen. Dabei konnten wir bis auf Anna Endress ein starkes Team in den Süden schicken und auf den Brettern war in beiden Spielen auch mehr möglich, aber es wurde nix mit etwas Zählbarem, Schade Schade …

Wenn es eine Vorfreude auf die FBL bei uns gab, dann hauptsächlich wegen der zentralen Endrunde mit der SBL in Berlin. Die letzten 3 Runden sollten da im Hotel Maritim ausgetragen werden und schon zu Saisonbeginn stand für uns fest, dass wir mit dem fast kompletten Kader in die Hauptstadt reisen werden. Angedacht war dies vor allem auch als Belohnung der Mädchen für die vielen schönen Schach- Momente der zurück liegenden Jahre.

Schachlich bestand für uns noch die Chance die Liga zu halten und hier waren besonders die Partien gegen Erfurt und Lehrte von Bedeutung. Gegen den HSK ging es dabei darum in das Wochenende zu kommen um dann in den Runden 10 und 11 anzugreifen. Nun, gegen unsere Reisepartnerinnen gab es die erwartete Niederlage und gegen Erfurt durften unsere Spielerinnen ihren ersten echten Doppelpunkt feiern! Mit 5,5:0,5 war dieser Erfolg auch noch sehr deutlich und nährte die Hoffnung auf ein Happy End gegen Lehrte. Was soll ich schreiben zur 11. Runde? Lehrte spielt humorlos und konsequent gegen uns auf und gewann mit 5:1. Abstieg und einen Moment lang auch eine Traurigkeit bei unseren Mädchen. Es hat nicht geklappt und wir werden 2017/18 wieder in der zweiten Liga an die Bretter gehen.

Was bleibt aus einem Jahr Frauen- Bundesliga?

  1. Wir waren DABEI!
  2. Wir hatten stets eine gute Stimmung in unserem Team
  3. Wir hatten viele Unterstützer und Fans auf unserem Weg durch die FBL
  4. Wir haben sympathische Menschen kennen gelernt
  5. Wir haben mit unseren Berichten und unserer WEB etwas dazu beigetragen, dass die FBL auch wahr genommen wird
  6. Wir werden wieder zurück kehren und dann auf unsere Erfahrungen aus 2016/17 aufbauen können.

TuRa SCHACH sagt also vorerst Tschüß Erste Liga und auf ein Wiedersehen demnächst!

 

Details:

http://nsv-online.de/ligen/fbl-1617/?mannschaft=4440

Für TuRa spielten alle 14 benannten Spielerinnen in der Saison, so wie wir uns das auch vorgenommen hatten.

Die gesamte Organisation der Spieltermine durch unseren MF lief perfekt.

Jeweils 10x spielten Carina und Nathalie

Carina konnte mit 3,5 aus 10 das beste Brettergebnis erzielen. Ihr folgt Amina mit 2,5 aus 9.

Unsere Ehrfurcht vor den „großen Namen“ endete mit dem Start der Partien.

Finanziell blieben wir deutlich unter unserer Etatvorgabe… Vielen Dank TuRa und ein riesen Dank an EUCH und an unsere Sponsoren!

Wir sind ca 4000 km durch Deutschland gereist.