"SCHACH auf dem Reiterhof" 11.-13.06.2010 in Sterly bei Mölln


Das etwas andere Fußball WM Wochenende

Nachdem ich am frühen Morgen noch die Ergebnisse der WM - Vorrundenspiele getippt hatte, machte ich mich auf den Weg. Denn nicht nur Eberhard Schabel und 15 schleswig-holsteinische Mädchen waren begeistert von der Idee ein Wochenende auf dem Heidehof in Sterley zu verbringen und dort Schach zu spielen und zu reiten, sondern auch ich freute mich, als Eberhard mich fragte, ob ich als Betreuerin beim ersten SJSH Mädchenschach- Wochenende auf dem Heidehof mitkommen möchte. Obwohl ich nicht genau wusste, wie ein solches Wochenende ablaufen sollte, sagte ich sofort zu, denn der Mischung aus Schach und Reiten konnte ich nicht wiederstehen.
So kam es also, dass ich mich auf den langen Weg aus Braunschweig nach Norderstedt machte, wo Eberhard mich dann abholte und wir uns zusammen mit zwei Mädchen den Weg zum Heidehof suchten. Das Navigationsgerät konnte uns nur bedingt helfen, denn eine gesperrte Straße und unser Unwissen über die genaue Straße in der sich der Heidehof befindet , erschwerten das Fahren mit dem Navigationsgerät. Im Radio wurde von der Eröffnungsfeier und dem Eröffnungsspiel der Fußball WM berichtet. Tshabalalas 1:0 für Südafrika sorgte für gute Stimmung im Auto. Und dann war es endlich soweit, Eberhard hatte wieder die Orientierung zurückgewonnen und wir fuhren nach einem kräftigen Regenschauer auf den Heidehof. Einige Mädchen waren bereits dort und es begann das Abschied nehmen von den Eltern und das Einrichten im riesigen Schlafraum, in dem die 15 Mädchen und ich einen Schlafplatz fanden. Es dauerte dann auch nicht lange, bis die Mädchen anfingen auf den übrigen Matratzen rumzuturnen und durch den großen Raum zu toben. Nachdem auch die letzten Mädchen angekommen waren, machten wir eine kleine Vorstellungsrunde, in der Eberhard auch die Reitgruppen und Schachgruppen einteilte.


Danach waren alle hungrig und es gab blechweise Pizza  Nach einem kurzen Spaziergang in der Dämmerung war noch niemand müde, weswegen noch bis spät in die Nacht getobt und gespielt wurde.
Der zweite Tag begann für uns alle mehr oder weniger freiwillig früh. Um kurz vor sechs wurde ich von Mädchengesprächen und Spielgeräuschen geweckt. Nachdem am Vortag Entsetzen über die frühe Frühstückszeit herrschte, waren nun alle froh, dass es um halb neun endlich Frühstück gab.


Danach begann das Turnier um den Reiterhofpokal in drei Gruppen, wobei die A Gruppe durch mich als „Spielfrei“ gerade gemacht wurde, damit auch jeder immer einen Gegner zum Spielen hat und die B und C Gruppe zusammen spielten. Nach den ersten zwei Runden war es bereits Mittag, sodass sich alle über Pfannkuchen mit Apfelmus und Zimt und Zucker freuten. Und dann war es endlich soweit! Endlich ging es auf die Pferde! Auch hier waren wir in drei Gruppen einteilt. Die „die an dem Wochenende zum zweiten Mal ein Pferd sehen“ (Eberhard), durften voltigieren. Die, die schon öfter auf einem Pferd saßen, durften auf Shetlandponys reiten und den Profis, wie Eberhard es nannte, wurden Isländer zugeteilt. Während wir ritten kam Natasa Strizak an. Natasa ist die Mädchenkadertrainerin des Bundeslandes Schleswig-Holstein und sollte nun die Mädchen in drei Gruppen trainieren.


Ich durfte beim Training dabei sein und konnte nach dem Training kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist so spannend und interessant war es. Nun stand noch die dritte Runde des Turniers um den Reiterhofpokal an und nach dem anschließenden Abendessen, war Freizeit für alle. Lesen, Gameboy spielen, Schach oder Jojo spielen, toben und turnen, jeder war beschäftigt und ich verlor beim Pferdememorie. Am Feuerkorb mit Stockbrot ließen wir den Abend einleiten und zum Abschluss gab es noch einen Film bevor ein langer Tag zu Ende ging. 



Der dritte Tag fing für uns Mädchen damit an, dass Eberhard um halb neun kundtat, dass die Pferde um neun auf uns warten würde. Damit begann auch das Chaos, denn man stelle sich 16 Mädchen an zwei Waschbecken vor. Es wurde schnell gefrühstückt, denn natürlich wollte niemand die Reitstunde verpassen. So kam es, dass auch alle pünktlich fertig waren. Und das Chaos am Morgen hatte sich gelohnt. Einige spielten „Reise nach Jerusalem“ andere „Herr Fischer, Herr Fischer, wie tief ist das Wasser“ und noch andere durften auf einem Pferd stehen. Direkt im Anschluss gab es nochmals Training bei Natasa, die nebenbei auch noch Malte Ibs zum Heidehof navigierte. So kam es, dass es „hohen Schachbesuch“ in Form von Malte Ibs (1.Vorsitzender SJSH) , Martin Reinke (Spielleiter Mannschaft SJSH) und Sabrina Schlüter (U20 weiblich Spielerin) gab.


Die letzten Spiele des Turniers wurden gespielt und neben dem Toben mit den Matratzen wurde auch gepackt. Die ersten Eltern hatten auch den Weg zum versteckten Heidehof gefunden und das Wochenende wurde mit einem Sitzkreis und einer Siegerehrung abgeschlossen. In der C-Gruppe gewann Emilia Höger mit drei Punkten aus fünf Runden ihr erstes Turnier. Die B-Gruppe konnte Imke Heering mit vier Punkten aus fünf Spielen für sich entscheiden und in der A-Gruppe konnte Inken Köhler alle Partien gewinnen und gewann mit fünf Punkten aus fünf Partien. Auf der Siegerehrung bekam jeder eine Medaille und Urkunde und Malte hatte natürlich wie immer für jeden einen Lollie dabei, sodass das Turnier für alle ein schönes Ende nahm.


Als Fazit bleibt also zu sagen, dass ich Teil eines sehr schönen Wochenendes sein durfte, welches hoffentlich allen viel Spaß gemacht hat. Ich denke, wir haben viel gelernt, nicht nur beim Reiten sondern auch bei Natasa und natürlich haben wir uns kennengelernt. Ich hoffe, dass ich viele Mädchen beim Schach wiedersehen werde.
Was mir bleibt ist Muskelkater, viele tolle Erinnerungen und die Erkenntnis, dass es sich mehr als gelohnt hat, das erste WM Fußballwochenende zu verpassen!

Juliane Borchardt