2. SJSH- Mädchenschach- Wochenende auf dem Reiterhof              24.06. bis 26.06.2011


Nach 2010 gab es auch in diesem Jahr ein Mädchenschach- Wochenende auf dem Islandgestüt „Heidehof“. Bereits Ende Januar ging das WE in die Werbung, zusätzlich wurden viele Mädchen direkt angeschrieben und auf unserer WEB gab es zudem Informationen zu unserem Projekt. Flankiert wurde das 2. offizielle WE „Schach auf dem Reiterhof“ der SJSH von einem Ausweichtermin Anfang Juni, an dem 18 Mädchen aus Schleswig-Holstein und Hamburg teilnahmen.

Anreisetag war der 24.06.2011. Die 22 angemeldeten Mädchen wurden von Ihren Eltern bzw mittels Fahrgemeinschaften nach Sterly bei Mölln gebracht und hatten bereits bei ihrer Ankunft einige Abenteuer erlebt, da es auf fast allen Zugangsstraßen Baustellen gab, die umfahren werden mussten und dies führte nicht selten dazu, dass sich die Eltern verfuhren.
So konnte ich um 18.30 Uhr die letzten beiden Mädchen aus Heide begrüßen und das WE mit dem schon traditionellen „Begrüßungskreis“ eröffnen.
Als Trainerin konnte ich diesmal die U 14w/Regionalliga- Gastspielerin des TuRa Harksheide, Luise Diederichs (SK Hermannsburg/NDS), motivieren. Luise hatte sich sehr gefreut und brachte zudem noch ihre kleine Schwester mit, die ebenfalls dem Schachspiel seit einiger Zeit verfallen ist.
Des weiterem unterstützte uns meine Tochter Kristin als Betreuerin und natürlich brachte sie PAULA mit, die sich schon sehr gut auf dem Heidehof auskannte und sich auf Socke, Dooly und Odem freute.

Nach der Vorstellung der Mädchen und der Klärung einiger Details (Gruppeneinteilung für Schach + Reitunterricht) gab es, schon wieder traditionell seit 2006, Pizza. Hiernach gab es eine kleine Wanderung, bei der es eine Frage an mich auf Platz 1 geschafft hatte…“wann reiten wir?“
Zur Überraschung von Kristin, waren die Mädchen sehr schnell müde und ca 23 Uhr eingeschlafen.

Der 25.06.2011 begann mit dem Frühstück und dem Start der Schachturniere. Unter den Mädchen gab es 8 die schon eine DWZ erspielt haben und diese Acht wurden in 2 Vierergruppen unterteilt, die dann bei einer Bedenkzeit von 2x 120 Minuten ein Rundenturnier ausspielten. Die 13 übrigen Mädchen spielten 7 Runden, bei 2x20 Minuten, die Siegerin des C-Turniers aus.
Parallel dazu gab es ein Match über 3 Runden zwischen Luise und Eberhard (also mir). Sollte es Luise gelingen nach den 3 Runden nicht zu verlieren, dann hätte es für alle Mädchen ein Eis von mir gegeben. Die erste Partie endete Remis, wobei ich mich mehr darüber freuen konnte.

Tabelle des A+B und C- Turniers auf unserer WEB

Und, nach dem Mittagessen war es dann soweit, die Stiefel wurden angezogen, die Helme aufgesetzt und die Pferde von der Weide geholt. Reiten stand auf dem Plan und für mich begannen ca 3 Stunden Entspannung. Es ist immer wieder faszinierend wie Mädchen alles um sich herum vergessen können, wenn sie mit einer Bürste die Pferde striegeln, Hufe säubern und dann mehrere Runden im Kreis, auf dem Pferd sitzend umher traben.
Nach diesem Erlebnis riefen wieder die Pferde auf dem Schachbrett und die Turniere wurden fortgesetzt. Zusätzlich gab es noch die 2. Partie zwischen Luise und mir (wieder Remis).
Der Stand nach den gespielten Runden der 3 Turniere spiegelte meine Vermutungen wieder.
Im A Turnier führten Inken und Anna-Lena mit 2 aus 2, im B- Turnier hatten alle 4 Spielerinnen 1 aus 1 und im C- Turnier legte Julia 5 aus 5 hin und war unangefochten auf Platz 1.
Um auch die Kenntnisse im Tandem- Schach weiter zu schulen, gab es ein kleines Turnier, an dem 5 Teams teilnahmen (Preis: ein Eis für die Sieger). Nach wirklich spannenden und aus gekämpften 5 Runden, gab es 5 Teams die in allen möglichen Wertungen gleichauf lagen und das Turnier als Erste beendeten ...sprich, 5x2 Eis!
Am Abend gab es dann noch eine Filmvorführung und danach waren die Mädchen erneut sehr schnell im Reich der Träume.

Tag 3 und diesmal wurde das Programm gedreht. Nach dem Frühstück ging es gleich auf den Reitplatz, was dazu führte, dass manche Mädchen schon vor dem Frühstück voll ausgerüstet ihre Brötchen aßen. Mit besonderer Freude quittierten die Mädchen der Pony- Gruppe, dass sie diesmal einen Ausritt unternehmen würden, während die Großen mit ihren Isländern, deren Namen sie schon im Schlaf aufsagen konnten, wieder, auf dem Reitplatz, ihre Kreise zogen. Kurios am Rande ist, dass so manche Eröffnungsregel von einigen Mädchen schon innerhalb kürzester Zeit wieder vergessen wurde. Dies wurde dann auch bei den abschließenden Runden deutlich, wo das Schäfermatt sein Comeback feierte und so endeten 5 der letzten 20 Tagespartien mit Dame schlägt Bauer auf f7…Matt!
In den Turnieren A + B musste ein Stichkampf über den Pokalsieg entscheiden. Anna-Lena und Hannah konnten sich durchsetzen und freuten sich riesig.
Das C- Turnier sah Julia mit makellosen 7 aus 7 auf Platz 1. Für sie ein versöhnlicher Abschluss eines Schachjahres, was nicht immer sehr nett zu ihr war.

Vor der Siegerehrung gab es noch einen Programmpunkt, der nicht gerade als positives Erlebnis in der Erinnerung der Mädchen haften bleiben wird….Aufräumen, sprich den Schlafraum von einer Turnhalle mit kleinen farbigen „Mülltupfern“ in einen Schlafraum zurück zu verwandeln. Naturgemäß ist ein Kind nicht mit dem Ziel Ordnung schaffen zu müssen auf die Welt gekommen und so dauerte es etwas länger, nach dem ich 3x daran erinnert hatte. Allerdings hatte es sich gelohnt und der Raum erstrahlte bei der Siegerehrung in einem neuen Glanz.
Bei der Pokal- und- Medaillenverleihung gab es auch eine, wie man so sagt, Feedback Runde, bei der die Mädchen u. A. auch Ideen für 2012 ansprachen.

Mit dem umhängen der letzten Medaille verbunden mit der Überreichung einer Urkunde und dem Gruppenfoto mit Hund endete das 2. SJSH- Wochenende. Ähnlich wie bei der Anreise, hatten auch bei der Abholung die Eltern eine „Umgebungs- Kennenlern- Fahrt“ hinter sich. Dies lag auch daran, dass die abholenden Eltern nicht die Eltern der Anreise waren.

Für mich galt es 17.40 Uhr Abschied von der sehr netten Familie Dörfel zu nehmen, die nun schon seit 2006 zum 14x ihren Heidehof für das Mädchenschach- Projekt „Schach auf dem Reiterhof“ zur Verfügung stellten….Ach ja, leider verlor Luise das dritte Spiel und so blieb das Eis in der Kühltruhe.

Bis 2012
Eberhard Schabel
SJSH- Referent für Mädchenschach